


Es
war ein Frühlingstag im Jahre 2008, da sprach Karl Schulz zu
mir, mit dem ich seit vielen Jahren gemeinsam
musiziere, bei TheaterKristall gebe es eine liebreizende
junge Dame, die dringend verheiratet werden müsse,
und ob dies nicht eine lohnende Aufgabe für mich sei
– so kam ich zum Theater.
Das Schicksal nahm also seinen freudigen Lauf und geleitete mich auf
die Bühne in der Rolle des Heiratskandidaten, der
sich weder von kleineren und größere
Ausbrüchen noch von Zusammenbrüchen noch vom Happy
End abschrecken lässt – als Ivan
Vassilewitsch Lomov im „Heiratsantrag“ von Anton
Tschechov, sowie aushilfsweise als Kammerdiener einer Dame
(als Luka in „Der Bär“ des
gleichen Autors)
Nach den turbulenten Erlebnissen in dieser Rolle konnte ich es
im folgenden Jahr erneut mit dem Heiraten versuchen,
allerdings mit einer anderen Partnerin, und diesmal wurde
sogar der Ehering selbst geschmiedet – als Michael
Burne in „Kesselflickers Hochzeit“ von John M.
Synge. Im gleichen Jahr wurde ich auch zu einem recht
heruntergekommen Revolutionär, als Fremder in Leo
Tolstois „Er ist an Allem Schuld (Alles kommt von
ihm)“ - eine Rolle, in der ich dem Publikum sogar
meinen „Gesang“ zumutete.
In der aktuellen Produktion habe ich das Vergnügen, die Ehre
und die Gelegenheit, in der Revue „Vergessene
Stimmen – Kabarett der frühen
Jahre“ wieder die Bühne zu betreten und in
verschiedenen Facetten und Rollen daran mitzuwirken, unser
hochverehrtes Publikum die Zeit vor hundert Jahren und ihre
mutigen Stimmen erneut erleben zu lassen.
Neben den theaterlichen Aktivitäten erstreckt sich mein
künstlerisches Engagement auch auf die Musik. Schon
in meiner Jugend spielte ich mehrere Jahre Violoncello im
Schulorchester und bringe heute auf vielen verschiedenen
Flöten Musik der letzten 1000 Jahre zum Klingen. So
wirke ich in zwei Blockflöten-Ensembles mit und
trete auch solistisch mit Blockflöten, irischen,
mittelalterlichen sowie Indianerflöten in
Erscheinung. Unter anderem umrahme ich seit Herbst 2009 diverse
Lesungen der Dichterin C.C. Parise musikalisch improvisierend
auf diversen Flöten.
Auch für die Zukunft sieht es so aus, dass ich auf der
Bühne weiterhin viel Freude und Vergnügen
haben werde, und hoffe, diese auch den Hauptpersonen des
Konstlerdaseins, nämlich unseren Zuschauerinnen und
Zuschauern, gelegentlich bereiten zu können.





TheaterKristall